Frage zu Steuerveranlagung

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  • Hallo.

    Ich bin seit rund 10 Jahren im Kt. AG mit kleinerem Handwerkerbetrieb selbständigerwerbend. Die Buchführung und Steuererklärung mache ich, mit den nötigen Kenntniss eines Handelsschulabschlusses, immer selbst. Bisher wurden die Steuererklärungen, mit wirklich nur wenigen kleinen Abänderungen, durch das Gemeindesteueramt immer akzeptiert.

    Dieses Jahr, das heisst für die Veranlagung 2006, wurde ich vom Gemeindesteueramt aufgefordert, ein Manko auf Grund eines "Vermögenvergleich mit Gegenüberstellung Mittelherkunft und Mittelverwendung", zu begründen. Das Manko beträgt Fr. 26'387.-.

    Nun den meisten ergeht es wie mir zu Anfang, man erschrickt zuerst -da im Minus-, versteht jedoch nur "Bahnhof". Nach intensiver Prüfung des Vermögenvergleichs sind mir keine Fehler ersichtlich. Die Beträge sind richtig, und können auch in der Steuererklärung nachgeschlagen werden. Unbekannt ist jedoch für mich ob die einzelnen Beträge dazu verwendet werden können, ob sie dazu, allenfalls davon, ab/-gezählt werden. Also kurzum nichts ist klar!

    Ich habe dem Gemeindesteueramt geschrieben, dass ich mit der Handhabung des Vermögensvergleich nicht vertraut bin, und deshalb das ausgewiesene Manko auch nicht begründen kann.

    Dazu habe ich noch weitere Belege eingereicht und Angaben zu meiner Buchhaltung gemacht. Trotzden wurde mir vor kurzem auf der definitiven Steuerveranlagung der Betrag von Fr. 20'000.-, als zusätzliches Einkommen, aufgerechnet. Gegen den Entscheid habe ich Einsprache erhoben, und wollte vom Steueramt eine Begründung.

    Jetzt verlang das Steueramt wieder eine Begründung von mir betreffs des Mankos, welche ich ja nicht geben kann.

    Nach wirklich unzähligen Prüfungen und Berechnungen ist mir nun aufgefallen, dass auch in den letzten drei Steuerjahren, von mir nach gleicher Berechnungsmethode vorgenommen, immer ein Manko entsteht.

    Zu meinen Fragen: Wer kennt sich mit dem Vermögensvergleich aus, gibt es ein Merkblatt, Ratgeber, oder hat sonst einen guten Rat.

    Gruss

    hene66

  • Hallo Hene

    Ich denke in Deiner Situation würde es sich lohnen einen Treuhänder zu kontaktieren.

    Nicht nur um Deinen Abschluss in Ordnung zu bringen sondern eben auch um Deine Interessen vor der Steuerbehörde zu vertreten. Ein Schreiben vom Treuhänder wird von der Behörde ganz anders gewertet als von Dir selbst.

    Sicherlich entstehen dabei Kosten. Vielleicht kannst Du ja einfach jetzt mal den Treuhänder zu Hilfe nehmen und so auch für Dich für nächstes Jahr lernen.

  • Hallo hene66

    Durch dem Vermögensvergleich wird festgestellt, ob der Vermögenszuwachs mit dem mutmasslichen (minimalen Lebenskosten) zuzüglich bezahlter Steuern mit dem erzielten (deklarierten) Einkommen möglich war.

    Mögliche Vermögensvermehrungen ohne steuerrelevantes Einkommen sind z.B. Kapitalgewinne. Haben Sie z.B. Aktien oder Wertpapiere mit Gewinn verkauft? Die verkauften Papiere figurieren also nicht mehr im Wertschriftenverzeichnis – der Gewinn ist also nicht ersichtlich – war aber vorhanden. Weitere Möglichkeiten wären Spielgewinne (Spielbank, Lotto usw., Schenkungen (erhaltene), Schmuckverkauf aus dem Privatvermögen. usw. Solche Situationen können auch entstehen, wenn plötzlich Vermögen deklariert wird, das vorher verschwiegen wurde. Ereignisse dieser Art müssten Sie auf der Vorderseite deklariert haben.

    Wenn Sie nichts dergleichen einbringen können, müssen die Behörden annehmen, dass Sie am Fiskus vorbei Geld eingenommen haben. Also werden die den Vermögenszuwachs, der nicht plausibel über das Einkommen deklariert werden kann, zum Einkommen hinzuzählen. Das "Manko" von 20'000 muss es scheinbar geben – rechnen können die vom Steueramt meistens recht gut. Manko in Anführungszeichen weil es eigentlich ein Überschuss ist – nämlich Vermögensüberschuss.

    Zur Verdeutlichung nochmals die Rechnung:

    Vermögenszuwachs = Vermögen Ende 06 – Vermögen Anfang 06

    Gesamteinkommen = Netto Einkommen + Wertschriftenerträge + andere Einkünfte

    "Lebenskosten" = Ernährung, Miete, Krankenkasse, bezahlte Steuern, Einkäufe BVG und 3a etc.

    Nun die Gegenüberstellung:

    Gesamteinkommen – Vermögenszuwachs= Lebenskosten. Wenn nun die Lebenskosten viel zu tief ausfallen müssen die Behörden von verstecktem Einkommen ausgehen – unangenehm aber logisch.

    Untersuchen Sie Ihre Steuerrechnung auf mögliche Fehler. Die Diskrepanz muss sich finden lassen – das sind Sie Ihrem Handelsabschluss schuldig.

    veritim

  • Hallo veritim

    Besten Dank für Ihre kompetente Antwort. Ich habe mir schon gedacht, dass mir unter Umständen das "waschen" von Schwarzgeld vorgeworfen wird. Nur bin ich weder Mafiaboss noch Zuhälter! Ganz sicher habe ich die Buchhaltung korrekt geführt und alle Einnahmen deklariert.

    Ich bin mir heute auch ziemlich sicher wo das Problem liegt, und der Steuerbehörde bereits im Veranlagungsverfahren darauf hingewiesen, einen "Privatbezug" zu prüfen, ob deshalb die Rechnung nicht aufgeht. Trotzdem hat sie ohne Begründung 20'000 von insgesamt 26'387 aufgerechnet. Die Differenz ist offenbar als grösszügiger Rabatt der Steuerbehörde zu betrachten.

    Zu meiner persönlichen Situation ist es so, dass ich mit meinen Eltern in einer Art Wohngemeinschaft lebe. Wir helfen uns gegenseitig wobei mich Ernährung und Miete fast nichts kostet. Im Gegenzug helfe ich meinen Eltern bei allen anfallenden Arbeiten oder falls Sie sonst in Not sind.

    Wie schon gesagt glaub ich heute zu wissen wo das Problem liegt. Ich würde mich jedoch freuen, wenn Sie sich über folgende Angaben noch Ihre Gedanken machen.

    Unbestritten ist eine Vermögenszunahme (Geschäftsaktiven + private Wertschriften) von 55'000. Ebenfalls unbestritten ist die Mittelherkunft (Einkommen, Kapitalgewinne, etc.) von 95'000. Zu der Vermögenszunahme von 55'000 zählt die Steuerbehörde dazu; Steuern von 22'000, Privatbezug I von 21'000, Privatbezug II von 23'000, = Total 121'000, ergibt besagtes Manko von 26'000.

    Im Privatbezug I sind im wesentlichen enthalten; Säule 3a, private Rechnungen, etc., und rund 5'000 für Privatanteile Geschäftsauto. Der Privatbezug II besteht aus 23'000 Mietzinseinnahmen welche ich als Geschäftseinkommen versteurn müss, jedoch auf ein "privates" Konto geht (Anmerkung ebenfalls in den Werschriften enthalten).

    Meiner Meinung dürfen die Mietzinse von 23'000 und evtl. auch die Privatanteile Auto von 5'000 nicht zur Mittelverwendung dazugezählt werden. Ich habe das Geld ja gar nicht Ausgegeben, sondern nur vom Geschäft ins Private überführt. Anmerkung bin Einzelfirma, keine AG oder GmbH.

    Mit bestem Dank für Ihre Antwort.

    hene66

  • Hallo hene66

    Mit den Mietzinseinnahmen ist etwas unklar: handelt es sich um Fremdmieten oder faktisch um Eigenmiete oder beides kombiniert? Führen Sie allenfalls in der Geschäftsbuchhaltung die Liegenschaftsrechnung? Lassen Sie alle Mieteingänge Dritter direkt auf Ihr Privatkonto einzahlen?

    Wenn Sie in der Geschäftsrechnung nachweislich die Mietzinseingänge einbuchten (Ertrag!) und zugleich wieder als Privatbezug ausbuchten (Bank, Aktiven) so darf dies im Einkommen nicht noch einmal einfliessen. Offensichtlich aber macht Ihr Steueramt Eigenmietwert geltend, der klar als Einkommen zu versteuern ist. Das wäre dann Geld, das nicht wirklich geflossen wäre.

    Die 5'000 Privatanteil Auto wird richtigerweise angerechnet. Natürlich nur in dr Kapitalrechnung, sofern Sie die Geschäftsbuchhaltung entsprechend entlasteten. Haben Sie aber in der Geschäftsbuchhaltung dem Aufwand die 5'000 gutgeschrieben /(Privateinlage für Autokostenanteil) dürfen diese in der Steuererklärung (im Einkommen) nicht noch einmal belastet werden. In der Kapitalrechnung (Plausibilitätsrechnung) jedoch sind es ausgewiesene Kosten, die Sie an Tanksäulen und Garagen offensichtlich berappten (über die Geschäftskonten, Geldfluss erwiesen).

    Berechnen Sie den Betriebsgewinn (nur rudimentär) einmal ohne die Liegenschaftsrechnung. Wenn Sie immer noch auf Ihre ca. 95'000 (inkl. privater Wertschriftenerträge, ohne Mieteingänge!) kommen, hatten Sie vermutlich ein "Nullsummenspiel" betreffend Liegenschaftsrendite verbucht. Anders gesagt, die Mietzinseinnahmen sind nicht wirklich im Betriebsgewinn enthalten. Dann wären sie als Nebeneinkommen (Liegenschaftserträge) zu deklarieren und zu versteuern. Indem Sie es auf einem privaten Konto einzahlen lassen, wächst zwar das Konto, aber der Erlös ist nirgends als Einkommen deklariert. Das alles nur, wenn die ca. 20'000 nicht steuerlich relevanter Eigenmietwert ist. Dann aber müssten Sie zusehen, dass Ihnen der Eigenmietwert vielleicht tiefer angesetzt wird.

    Grundsätzlich hat die Darstellung der Steuerbehörde seine Richtigkeit. Mit den 95'000 Einkommen bezahlten Sie 43'000 an Privatbezüge und Steuern. Bleibt etwa 52'000, was Sie auch gespart hatten. Nun erhebt sich noch die Frage nach den 23'000 Mieteinnahmen / Eigenmietwert. Vielleicht sind die Beträge Mieteingänge / Eigenmietwert sehr ähnlich und stiften dadurch etwas Verwirrung ?

    veritim

  • Hallo veritim

    Ich find es einfach super, dass Sie sich soviel Zeit nehmen meine Fragen zu beantworten. Einen herzlichen Dank dafür.

    Die Mietzinse sind "Fremdmieten", also werden durch die Mieter bezahlt (keine Eigenmietwerte). Anfänglich als privates Einkommen versteuert, wurde vor 5 Jahren durch die Steuerbehörde festgestellt, dass die Liegenschaft mehrheitlich geschäftlich genutzt wird, und die Mietzinseinnahmen Geschäftsertrag darstellen. Da die Zinse auf ein "privates" Konto einbezahlt wurden/werden, wollte ich meine Mieter mit einem evtl. nötig werdenden Kontowechsel nicht behelligen und buche seither: Privatbezug Mietzins (Kto 2111 im Soll) - Mietzinseinnahmen (Kto 7020 im Haben). Im Zeitalter der PC-Programme habe ich dieses vorgehen mehrmals geprüft, die Mietzinse werden geschäftlich erfolgswirksam gebucht.

    Für den Vermögensvergleich also bei den Wertschriften (als Vermögenszunahme) und bei der Mittelherkunft (als Einkommen) bereits enthalten.

    Das Problem liegt wahrscheinlich darin, weil ich das Konto 2111 verwende, also für die Steuerbehörde in der Bilanz "sichtbar" mache. Besser wäre nach meinen Überlegungen, die 23'000 zukünftig im Konto Kapital (Kto 2100 im Soll) als Kapitalbezug zu buchen, also in der Aufliestung der Bilanz unter Eigenkapital nicht mehr sichtbar mache.

    Was mich an der ganzen Sache am meisten stört ist, obschon ich im Veranlagungsverfahren der Steuerbehörde auf diesen Punkt hingewiesen habe, wurde dies offensichtlich nicht genau abgeklärt, zumindest habe ich bisher keine Mitteilung erhalten.

    Gruss

    hene66

  • hene66

    ".... dass die Liegenschaft mehrheitlich geschäftlich genutzt wird..." Wird Ihnen kein Eigenmietwert für die Geschäftsnutzung belastet? Es wäre zwar erfolgsmässig ein Nullsummenspiel, da der Eigenmietwert zugleich auf der Aufwandseite stehen würde – wenn er denn auch wirklich verbucht wird.

    Der Haken hierbei kann sein, dass Sie auf die Mieten ebenfalls AHV bezahlen müssen. Bei einer Einzelfirma ist ja der Gewinn = AHV Lohn. Zugleich aber sollte Ihnen durch die Liegenschaft (da in den Aktiven) investiertes Eigenkapital zu 4% an den AHV-Prämien gutgeschrieben werden. Verhält es sich so? Und da es sich um eine Geschäftsliegenschaft handelt, sollten Sie auch eine Abschreibung darauf vornehmen dürfen.(1.5% auf Buchwert)

    Kapitalbezogen könnte ein Eigenmietwert den Liegenschaftswert aufgrund steuerlichen Kapitalisierung ungünstig erhöhen und damit zu verdeckten Mehrkapital führen. Kontrollieren Sie den steuerlichen Liegenschaftswert beider Jahre. Meist kapitalisieren die Behörden mit etwa 7% der Nettomietzinseinnahmen. Wenn Sie dann Brutto und Netto nicht fein säuberlich trennten, erleben Sie kleine Überraschungen bei der Vermögenssteuer (Liegenschaftsbewertung) – ausser es liegt eine Schätzung vor. (Je nach Kanton)

    Es spielt rechnerisch grundsätzlich keine Rolle, in welchem Aktiv-Konto Sie Geldfluss verbuchen. Sie dienen nur der Unterteilung (Saldokontrollen, Kontostand, Anlagearten etc.) Wenn Sie unter Privatkonto verbuchen, könnte das wie "Lohnbezug" aussehen – meinten Sie so etwas?

    Suchen Sie einmal das Gespräch mit dem Steuerkommissär Ihrer Gemeinde / Stadt. Oftmals lassen sich solche Unklarheiten schnell beseitigen.

    veritim

  • Hallo veritim

    Eigenmietwert war bisher kein Thema. Ich habe extra noch nachgeschaut. Auf dem Dokument der letzten Steuerwertschatzung ist zwar eine Spalte für Eigenmietwert vorhanden, jedoch kein Betrag eingesetz. Im übrigen wohne ich selber nicht in der Liegenschaft. Es handelt sich um zwei vermietete Wohnungen. Ich nutze Werkstatt und Lager (Nebengebäude) auf gleichem Grundstück zur Ausübung meines Berufs. Also ich lass mich überraschen, was da noch so auf mich zukommen könnte. Man soll ja einen "schlafenden Bären" auch nicht unbedingt wecken.

    Ganz klar ist, dass ich auf den Mietzinseinahmen auch AHV-Beiträge (9,5%) zahle. Ich war vor fünf Jahren natürlich alles andere als erfreut, musste jedoch letztlich diesen Entscheid akzeptieren. Abgezogen wurden durch die Ausgleichskasse 2,5 %(Zins), wobei im investierten Eigenkapital die Liegenschaft wahrscheinlich zum Steuerwert (nicht nur zum Buchwert) enthalten sind. Abschreibungen würden sehrwahrscheinlich auch durch die Steuerbehörde akzeptiert. Ich habe davon jedoch noch keinen Gebrauch gemacht. Weil der Buchwert nur 1/3 des Steuerwerts beträgt, also grosse "stille Reseren" vorhanden sind, welche sich spätestens bei einem Verkauf/Liquidation nachteilig auswirken werden.

    Die Bewertung der Liegenschaften ist im Vermögensvergleich sowohl Anfang wie Ende Jahr gleich hoch. In der Steuererklärung werden die Geschäftsaktiven ohne Liegenschaften aufgeführt. Es besteht eine (wesentlich höhere) Steuerwertschatzung der Liegenschften (Kt AG), welche getrennt vom Geschäftsvermögen aufgeführt wird.

    Stichwort "Lohnbezug", Geschäftsgewinn gleich mein Lohn. Zahlungen meiner Kunden und die Bezahlung aller Rechnungen (auch Private) tätige ich über ein Kto.Krt.Konto. Ziel ist ja erfolgreich zu wirtschaften, also erhöht sich mit der Zeit auch der Saldo. Nun da das Kto.Krt.Konto keinen grössen Zins abwirft, macht es doch Sinn das "freie" Geld, besser anzulegen und zum Beispiel auf ein Spar- oder Anlagekonto einzuzahlen. Also Übertrag von Geschäftsaktiven zu den privaten Wertschriften (Buchung Konto 2100 Eigenkapital Soll - Gegenkonto 1020 Bank Haben). Ich würde mich sehr wundern wenn dieser Betrag im Vermögensvergleich bei der Mittelverwendung aufgelistet würde. Wenn Sie so wollen, habe ich mit der Buchung der Mietzinse über das Konto 2111 Lohn bezogen.

    Letztlich wird sicherlich ein Gespräch mit der Steuerbehörde nötig werden. Ich habe jedoch erst vor kurzem die Einsprache eingereicht und möchte die Antwort der Behörde noch abwarten. Das Forum betrachte ich als praktische Lösung zusätzliche Infos und Meinungen zu sammeln, im Besonderen noch wenn man eine kompetente Antwort erhält.

    Gruss

    hene66

  • hene66

    betrachten Sie die 23'000 als Darlehen Ihrer Einzelfirma an Privat. Grundsätzlich ist es das auch. Knifflig: die daraus resultierenden Kapitalzinsen wären ebenso zu behandeln. Würden Sie bei einer AG oder GmbH das selbe tun so wäre der Privatbezug unter Darlehen (resp. Guthaben o.ä.) zu verbuchen – wobei das ohne Gegenleistung bezogene Kapital privat als Schuld deklariert werden müsste. (ist doch schön wenn man sich selbst etwas schuldig ist....)

    Machen sie sich die Mühe und überschlagen Sie Ihre Buchhaltung nochmals, indem Sie das private Mietkonto (pro forma) in die Firma integrieren. Ihr Privatvermögen würde auf alle Fälle um 23'000 geschmälert. Und Ihr Geschäftsvermögen?...... (resp. Vermögenszuwachs)

    Puncto Abschreibung haben Sie völlig recht. Oft aber kann man damit Gewinnspitzen brechen um später die so entstandenen stillen Reserven sukzessive auflösen zu können oder entsprechende Investitionen wertrelevant zu aktivieren. Tut man das nicht, so hat man das (steuerliche) Nachsehen bei Verkauf oder Liquidation.

    veritim

  • Hallo Nene 66

    Hallo 1.veritim

    Hene, ich kann dir nur raten, mit dem zuständigen Sachbearbeiter auf der Steuerbehörde Kontakt aufzunehmen. Dass du innerhalb der Frist Einsprache gemacht hast, ist gut und gibt dir und dem Sachbearbeiter Zeit, die Sache zu lösen. Als Mitarbeiter bei einer Steuerbehörde (nicht AG) kann ich gut nachvollziehen, dass sich Missverständnisse ergeben. Das Beste ist immer, die Sache persönlich und vor Ort zu klären.

    1.veritim, ich danke dir für die klaren und korrekten Ausführungen. Selten lese ich im Bezug auf Steuern solch objektiven Beiträge.

    Noch was Hene66, wenn du weiterhin Probleme hast, dann wende dich wirklich an einen Treuhänder. Ich möchte dein Fachwissen und deinen gesunden Menschenverstand nicht in Abrede stellen, aber manchmal sieht der Treuhänder eher, auf was die Steuerbehörde aus ist und wo ihr Problem liegt. Und das Fachchinesisch ist nicht zu unterschätzen ;)

    Liebe Grüsse

    Twinnie

  • Hallo veritim

    Darlehen?! Eigentlich nein. Ich habe die Liegenschaften von meinem Vater, vor rund 11 Jahren, günstig erworben. Noch nebenbei angefügt habe ich auf der Differenz zwischen Kaufpreis und damaliger Steuerwertschatzung Schenkungssteuern bezahlt. Ein halbes Jahr später habe ich das Geschäft übernommen (Aktive bzw. Passive zum Buchwert). Damals habe ich eigenes "privates" Geld in die Firma gesteckt, welches ich nun (ratenweise) beziehe. Gleich Bezug von eingebrachtem Eigenkapital. Meines wissens wird nur die AG doppelt besteuert, also steuertechnisch alles in Ordnung.

    Ich werde jedenfalls über das Wochenende verschiedenes in meiner Buchhaltung ausprobieren. Im Zeitalter der PC-Programme ja kein Problem. Sicher auch bezüglich Abschreibungen an den Liegenschaften.

    Gruss

    hene66

  • Hallo Twinnie

    Auch Dir besten Dank für die guten Ratschläge. Dass ich letztlich auf das Gemeindesteueramt gehen muss, ist schon klar.

    Ich finde das Forum als eine gute Sache, Tipps, Meinungen, ander Ansichten, aber auch Kritik, auf sachlicher Basis zu Diskutieren.

    Gruss

    Hene66

  • hene66

    Mit dem Darlehen war eher fiktiv gedacht. Auch mit Ihrem Einlage damals verhält es sich so wie der Titel andeutet: Sie hatten sich damals selbst ein Darlehen gewährt. und nun beziehen Sie dieses "Guthaben" wie Sie schreiben. Ohne das Wissen des damaligen Einlage ist dieser Bezug kein Rückzahlung sondern eben ein Darlehen. Alles aber sehr hypothetisch und abstrakt! Bei Einzelfirmen ist in solchen Fällen der Geldgeber eben zugleich der Empfänger.

    Zu den AG: es ist zwar richtig, dass AGs besteuert werden. Je nach Kanton ist diese Steuer aber sehr klein und die Vorteile der AG (z.B. Haftung) sollte dies wert sein. Wenn Sie eine AG begründet hätten, würden Sie den Gewinn vernünftigerweise in Lohn beziehen. Dadurch resultieren lediglich ein paar Franken Gewinn, den Sie steuerlich vernachlässigen können. Sie könnten sich z.B. günstiger KrankenTaggeld versichern, Sie könnten Ihre Einlagen als Darlehen geltend machen usw. Der Nachteil ist eher im zusätzlichen administrativen Aufwand zu sehen.

    Hinweis: Sie hätten damals Ihrem Vater besser den Steuerwert der Firma bezahlt (allenfalls gegen Darlehen) und sich die Differenz sukzessiv schenken lassen können. Damit wäre die Schenkungssteuer nicht relevant geworden. Diese Zug ist aber schon lange vorbei.....

    veritim