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    Guten Tag

    Besser spät als nie :) Ich nehme an, dass die Frage, ob eine Eigentumsübernahme einer Heizanlage infolge Ablösung des Contractings steuerlich abzugsfähig ist oder nicht, in der Zwischenzeit geklärt wurde. Falls nein, hier eine Kurzantwort darauf: Nein, diese Kosten sind grundsätzlich nicht steuerabzugsfähig. Warum? Weil die Anlage bisher dem Contractor gehörte, eine Auflösung des Contractings nach z.Bsp. 5 Jahren daher ein Erstkauf darstellt. Es sind somit keine Ersatzanschaffungen, die tatsächlich steuerlich abzugsfähig sind, indem eine bereits im Eigentum bestehende Anlage - der Name sagt es ja - ersetzt wird. Wenn Sie die Anlage danach erneuern würden, wären diese Kosten dann erst Ersatzanschaffungen. Ab der Übernahme zu Eigentum ist es dann auch möglich, die Amortisationskosten geltend zu machen, etwa so, indem man den Erneuerungsfonds im Falle von Stockwerkeigentum aufstockt (aufstocken muss), weil der Heizungsunterhalt dann auf eigene Rechnung läuft. Allerdings bezahlt man dann in den EIGENEN Erneuerungsfonds und kann dieses Geld dann für Ersatzanschaffungen brauchen. Etwa eine neue Heizanlage, ein neues Dach, eine neue Fassade oder einen neuen Vorplatz.

    @marikowari


    Zu Ihrer Frage: Als Jurist und Verwalter von mehreren STW Einheiten denke ich doch, eine korrekte Buchhaltung führen zu können. Sind Sie jurtistisch ebenfalls so fit?


    Nochmals: Für Investoren ein Bombengeschäft, für selbstbewohnende Eigentümer oder Mieter die reine Abzocke. Ich möchte Sie keinesfalls als A*loch bezeichen, wenn Sie sich trotzdem dazu berufen fühlen - Ihr Problem. Ich erachte unsere immer mehr in die Sinnlosigkeit abdriftende Diskussion daher für beendet.

    Trafoausfall: Gemeinden ziehen die Kosten für den Unterhalt bekanntlich über die Gebühren ein. Unser Contractor verlangte einen Strompreis, der unterm Strich kaum günstiger war als der aktuelle Strompreis inkl. Gebühren. Ich muss es wissen, da ich seit 8 Jahren die Verwaltung und damit die Buchhaltung erledige.


    Ein Angebot, die Anlage nach Kündigung des Contractings weiter über den Contractor warten zu lassen, der uns die Energie weiter beliefert hätte, musste leider abgelehnt werden.


    Ich habe weiter oben geschrieben, wie ich den "Serviceaufwand" unseres Contractors in den fünf Jahren wahrgenommen hatte. 90% Fernwartung (was auch immer darunter zu verstehen ist), 10% Präsenz, um einen Filter zu reinigen und den Tank zu entkalken (wir haben eine Entkalkungsanlage). Wie genau nun die Fr. 13'000.- pro Jahr zu rechtfertigen waren, erschliesst sich mir, selbst bei einer Berücksichtigung eines anständigen Profits für den Contractor, nicht wirklich.


    Der einzige Punkt, in welchem wir uns einig werden ist wohl der, dass wir uns nicht einig werden. Ich halte Ihnen durchaus zugute, dass Sie darauf hingewiesen haben, (noch) Contractor zu sein. Es versteht sich daher von selbst, dass es müssig ist, weitere Seiten lang darüber zu diskutieren, ob ein Contracting tatsächlich angemessen ausformuliert ist, welches nicht nur die Interessen der Investoren, sondern auch des Käufers / Mieters berücksichtigen. Vielleicht gelingt es Ihnen, einen anderen Mieter oder Käufer, der hier mitliest, von Ihren Argumenten zu überzeugen. Würden die Energiecontractings nicht mehr angeboten, weinte diesen wohl ausser den Investoren kaum eine Träne nach. Verträge, die die Welt nicht braucht.
    ,

    Ich denke, der einzige Punkt, in welchem wir uns einig werden ist der, dass wir uns nicht einig werden.

    marikowari


    Ist es Zufall, dass Sie hier praktisch der einzige sind, der ein Contracting befürwortet? Wer eine Wohnung kauft, trägt sich kaum mit dem Gedanken, eine Heizung wissentlich zu leasen, schon gar nicht zu einem drei- bis vierfachen Betrag, ausgehend von einem Kaufpreis, den der Contractor undurchsichtig erstellt hat. Wer es trotzdem in Betracht zieht, sollte sich hinterfragen, ob er einen Liegenschaftenkauf mittel- und langfristig gewachsten ist.


    Dass solche Contractings vor allem zwischen einer GU und einem Contractor abgeschlossen werden, ist durchaus nachvollziehbar. Es wäre interessant, fest zu stellen, wie viele spätere Käufer, wenn sie von Anfang an ehrlich und offen im Detail aufgeklärt würden, dem Inhalt eines solchen Vertrags zustimmen würden.

    Wenn Sie von den Erstellungskosten ausgehen, die offiziell im Contracting aufgeführt werden, mag es schon sein, dass sich die Gewinne des Contractors relativieren. Ist doch recht praktisch, wenn man diese Kosten beliebig festlegen kann - kein mir bekannter Contractor lässt sich über die Kalkulation in die Karten sehen - um dann damit zu jammern, dass es eigentlich ein Verlustgeschäft für den Contractor ist. Jammern ist seit jeher Swissness in Reinkultur. Falls es tatsächlich ein Verlustgeschäft ist. Wieso bieten sie es an? Wenn wir etwas klar sagen können, so dies, dass jedes Geschäft von einem möglichst hohen Profit gelenkt wird.

    Guten Tag Herr Marikowari


    In der Tat könnte ein Contracting eine Win Win Win Sache sein, tatsächlich ist es aber eine Win Win Lose Situation.


    Der GU, der keine Heizung kaufen muss, sie jedoch verkaufen kann und der Contractor, der über eine Laufzeit von 30 Jahren seine Investitionen mindestens verdreifacht.


    Die letzten, die von den Hunden gebissen werden, müssen die Party dann bezahlen. Ein solcher Vertrag besteht in der Regel aus zwei Seiten: Den Rechten des Contractors und den Pflichten des Stockwerkeigentümers. Als diejenige Kraft, die die Kündigung Jahren antrieb, welche sofort einstimmig aufgegriffen wurde, weiss ich, wovon ich schreibe.


    Im Kreditfall würde man von Wucher sprechen, gegen welchen es klare Normen gibt, die einen solchen Vertrag anfechtbar machen.


    Das Stossende am Contracting ist nicht die Idee per se, sondern die Einseitig- und Masslosigkeit. Ferner keinerlei Möglichkeiten der Wahl des Eigentümers, ein solches Contracting letztlich übernehmen zu wollen oder nicht. Wieso wohl? Sowohl GU als auch Contractor pofitieren von der Unwissenheit des Käufers, da der allgemeine Kenntnisstand der ist (war), dass man sich um nichts mehr zu kümmern hat. Ferner mit dem an sich korrekten Argument, dass Erdsondenheizungen vom Unterhalt her sehr günstig sind. Das Contracting mach sich all diese Täuschungen zu nutze und führen das System ad absurdum, wenn der Unterhalt danach alles in allem um etiliches höher ist als bei einer 30 jährigen Ölheizung. Wohl kaum die korrekte Art und Weise, nachhaltiges Heizen zu bewerben.


    Als wir das Contracting gekündigt hatten, unterbreitete man uns eine alternative Lösung - die mittel und langfristig noch katastrophaler gewesen wäre ...


    Falls Sie selbst eine Erdsondenheizung ihr Eigen nennen, wissen sie auch, wie "gross" der Aufwand für den Contractor ist. Viel mehr als eine Fernüberwachung vom Bürostülchen aus, wohl kaum 9 Stunden pro Tag, ist es nicht. aller 5 Jahre eine Tankentkalkung, da und dort ein gewechselter Filter oder ein Pinselanstrich, das war es auch schon. Schliesslich muss man ja ab und zu Präsenz markieren.


    Ihrem Ausnahmefall kann ich dutzende Beispiele entgegensetzen, in welchen die Käufer / Mieter not amused waren, nachdem auch die verheimlichten Seiten bekannt wurden. Dank Aufklärung in der Presse sind die Mieter / Käufer vermehrt sensibilisiert worden.

    Unsere Liegenschaft (Stockwerkeigentum) war ebenfalls mit einem Contracting belastet. Wir haben dieses nach einer Mindestlaufzeit von 5 Jahren gekündigt und den Restwert bezahlt. Erdsondenheizungen sind bekanntlich sehr wartungsfreundlich und die Anlage wurde qualitativ auf eine Lebensdauer von 30 Jahren ausgerichtet. Selbst, wenn wir aller 5 Jahre einen Tank entkalken, die Ventile ersetzen oder den Druck überprüfen lassen müssen (wird jedes Jahr vom neuen Servicepartner für ca. Fr. 300.- pro Jahr erledigt), haben wir bis dahin alleine für das Leasing knapp Fr. 55'000.- eingespart. Geld, welches wir zudem von den Steuern abziehen können, wenn wir es in den EF einzahlen, was im Contracting der Contractor für sich macht. Nach Ablauf von 30 Jahren müsste man dann entweder wieder ein solches Contracting abschliessen oder dann eine Anlage kaufen - ohne Rückstellungen in den letzten 30 Jahren, dafür trotzdem mehrere Fr. 100'000.- an Kosten dafür ausgegeben. Viel lieber stecken wir dieses Geld in UNSEREN Erneuerungsfonds als es auf Nimmerwiedersehen dem Contractor zu verschenken.


    Zudem, es wurde bereits angedeutet: Versuchen Sie mal, eine Eigentumswohnung irgendwann weiter zu verkaufen und machen Sie dem neuen Käufer klar, dass er alleine für die Heizung Fr. 2000.- jährlich an Nebenkosten bezahlt - Energie nicht mit eingerechnet! Das Argument, wonach man beim Kauf das Geld spart und es danach halt über die nächsten 30 Jahre ausgeben muss, wird im Falle des Stockwerkeigentums ad absurdum geführt, denn: Wenn ich nicht bereit bin, für die Wohnung Kapital zu investieren, kaufe ich nicht, sondern miete. Ich kenne keinen Eigentümer, der in einem solchen Falle nicht lieber beim Kauf mehr bezahlt hätte. Es ist vielen zwar bewusst, dass ein "Contracting" auf der Liegenschaft lastet. Aber die wenigsten wussten (mittlerweile ist es viel besser), welche Folgen ein solches Contracting in der Tat hat. So rückt der Generalunternehmer erst kurz vor der ersten Hauptversammlung damit raus, dass ein Contracting 30 Jahre lang läuft.


    Contracting ist ein Zeitphänomen: Alles outsourcen (Hauswartung, Zählstände, Contracting, Garten, LIftabo, Garagentorservice etc) nur ja nichts selbst übernehmen und sich dann darüber wundern, wieso man pro Monat fast Fr. 1000.- Nebenkosten als Stockwerkeigentümer bezahlt. Das Modell mag für Generalunternehmer, vornehmlich aus dem Raume Zürich oder Vermieter attraktiv sein, wo die Aufwendungen abgewältz werden und den anderen kosten dürfen, was es wolle. Dass die so eingesparten Investitionskosten keinesfalls vollumfänglich an die Käufer weitergegeben werden, versteht sich von selbst, denn worin sonst sollte der Anreiz eines Generalunternehmers bestehen, ein Contracting abzuschliessen?


    Die nächsten Modelle stehen bereits in den Startlöchern: Was mit einer Heizung funktioniert, klappt hervorragend auch mit Küchen oder Badezimmer. Den Abzockern gehen die Ideen nie aus.