Beiträge von Claud141

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    @Sozialversicherungsberater


    Habe die Frage erst im Nachhinein gesehen.


    "Wahrscheinlich streitet der Arbeitgeber ab, dass er Ihnen gesagt hat, dass er Sie kündigen wird, wenn Sie nicht selbst kündigen, weil der Arbeitgeber weiss, dass er Sie damit über den Tisch gezogen hat."


    Leider vermute ich genau das, wenn ich der Arbeitslosenkasse mitteile, dass sie den Ex-AG auf seine Auskunftpflicht hinweisen soll.


    Haben Sie schon geschaut, ob das Arbeitsgericht in Ihrem Kanton eine kostenlose Rechtsberatung hat? Waren Sie schon bei der kostenlosen Rechtsberatung des kantonalen Anwaltsverbands?"


    Das Arbeitsgericht in meinem bietet eine kostenlose Rechtsberatung an. Ich werde dort dann gemeinsam mit dem Arbeitszeugnis vorbeigehen und den Fall schildern. Aufnahmen oder schriftliche Beweise existieren nicht. Der einzige Beweis wäre die zweite Person, welche aber nicht beim Meeting selbst dabei war.

    Sehr geehrter Sozialversicherungsberater

    Vielen Dank für Ihre sehr rasche und auführliche Antwort. Die Möglichkeit mit der Unzumutbarkeit am Arbeitsplatz sehen Sie in meinem Fall nicht?

    "Wenn das noch nicht gemacht wurde (das können Sie bei einer Akteneinsicht bei der Arbeitslosenkasse herausfinden), können Sie die Arbeitslosenkasse darum bitten, dass Sie den Arbeitgeber in einer schriftlichen Anfrage auf seine Auskunftspflicht hinweist und diesen auf die Strafen bei unwahren Auskünften des Arbeitgebers hinweist."

    Vielen Dank für diesen Tipp - ich werde es versuchen. Ich weiss nicht ob der ehemalige Arbeitgeber mündlich dies so korrekt bestätigen wird. Er hat mir bereits klar gesagt, dass gegenüber der Arbeitslosenkasse über das Formular nur bestätigt wird, dass ich gekündigt habe. Ich überlege mir den alten AG einfach zu fragen, was er machen würde, wenn er von der Arbeitslosenkasse in einer schriftlichen Anfrage auf seine Auskunftspflicht und auf die Strafen bei unwahren Auskünften des Arbeitgebers hingewiesen wird.

    "Haben Sie den Arbeitgeber gefragt, ob er sich bewusst ist, welchen finanziellen Schaden er Ihnen durch entgangene Taggelder der Arbeitslosenversicherung verursacht, wenn er nicht bestätigt, dass er gesagt hat, dass er sie kündigen wird, wenn Sie nicht selbst kündigen?"
    Ich denke das ist er sich bewusst und glaube leider auch das ihm dies recht egal ist. Ich werde telefonisch noch einmal mit ihm sprechen diesbezüglich.

    "Gibt es da Zeugen beim Arbeitgeber oder waren das nur Sie und eine einzige andere Person?"
    Es gibt noch eine weitere Person, die davon wusste, dass entweder ich kündigen muss oder das der Arbeitgeber mir kündigt. Er hat mir zu Beginn des Monats, in dem ich gekündigt habe, mitgeteilt, dass der Chef von mir die Kündigung diesen Monat erwartet. Er war sozusagen der Nachrichtenüberbringer. Beim Meeting selbst wo dann die Kündigung ausgesprochen wurde (beziehungsweise wo ich dann gekündigt habe) war er leider jedoch nicht anwesend. Diese Person würde vermutlich schriftlich gegenüber der ALK keine Bestätigung abgeben, sondern nur mündlich, da er weiterhin bei dem AG angestellt ist.

    "Haben Sie im Arbeitsvertrag nachgelesen, was dort über den Kündigungsschutz während Krankheit steht und ob dort ein längerer Kündigungsschutz als die gesetzlichen 90 Tage im fünften Dienstjahr steht? "
    Eine Abänderung zugunsten des Arbeitnehmers existiert nicht. In meinem Fall ist es so, dass, wenn der Arbeitgeber gekündigt hätte, dass Arbeitsverhältnis noch einen Monat länger gedauert hätte. Kann ich deswegen davon ausgehen, dass mir die ALK zumindest 21.7 Einstelltage aufbrummen wird?

    Vielen Dank nochmal und viele Grüsse

    Liebe Forumsgemeinde
    Lieber Sozialversicherungsberater

    Und zwar schreibe ich Euch im Hinblick auf meine kürzlich eingetretene Arbeitslosigkeit.

    Der Einfachheit halber finden Sie anbei bitte die Geschichte in Stichworten zusammengefasst:


    - 4.5 Jahre angestellt bei Arbeitgeber. Der Kündigung geht seit Juni eine Krankheit voraus welche mit Arztzeugnissen belegt werden kann (Zuerst etwa 1 Monat zu 100% Arbeitsunfähig, dann zu 60% Arbeitsunfähig bis zum Anfang des letzten Anstellungsmonates ).
    - In einem Meeting wurde ich Ende September vor die Wahl gestellt selbst zu kündigen oder gekündigt zu werden. Ich musste mich sofort in diesem Meeting entscheiden, Bedenkzeit wurde mir keine eingeräumt.
    - Zeitgleich lag mir ein mündliches Angebot einer Firma vor, dass aber Anfang Oktober von der Firma zurückgezogen wurde.
    - AVIG Praxis Ziffer D25: Stellt der Arbeitgeber die arbeitnehmende Person unmissverständlich vor die Wahl, selbst zu kündigen oder die Kündigung entgegenzunehmen, ist von einer Kündigung
    durch den Arbeitgeber auszugehen.
    - Arbeitgeber will von der Kündigung durch ihm natürlich nichts mehr wissen und stellt sich quer.
    - Bestätigung gegenüber Arbeitslosenkasse: "Ich habe aus freien Stücken gekündigt".
    - Nachweise über Bewerbungen (seit April) liegen vor.
    - Arztzeugnisse liegen vor.
    - Ein expliziter Befund, aus dem hervorgeht, dass die Arbeit unzumutbar für mich war, beziehungsweise ist, liegt nicht vor. Dieser müsste, sofern dies aktzeptiert wird, noch vom behandelnden Arzt eingeholt werden. Jedoch sollte man sich meiner Meinung nach hier auch auf die bereits vorliegenden Arztzeugnisse für den Zeitraum vor der Kündigung stützen können.
    - Hätte mich der Arbeitgeber gekündigt, so wäre, aufgrund der Sperrfrist bei Krankheit, die Kündigung erst einen Monat später wirksam gewesen.

    Wie würden Sie hier am besten weiter fortfahren? Ich verstehe dass es bei Eigenkündiung bis zu 60 Einstelltage gibt - mit wievielen Einstelltagen würden Sie in meinem Fall (mindestens) rechnen? Macht ein gerichtliches Vorgehen gegenüber dem Ex-AG hier Sinn? Stichfeste schriftliche Beweise habe ich leider keine - jedoch ist der AG zur wahrheitsgemässen Auskunft gegenüber der Arbeitslosenkasse verpflichtet.

    Freundliche Grüsse